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Informationen zur Vereinslage

Die unerfreulichen Umstände, die zur gegenwärtigen tristen Lage rund um die Burg Gösting geführt haben, erfordern – auch nach fast 20 Jahren der geänderten Besitzverhältnisse – weiterhin eine Klarstellung der Fakten.

Die Obsorge um die Ruine Gösting und eine kompetente Burgerhaltung ist seit 1925 in den Vereinsstatuten des Burgvereines Gösting verankert und nach wie vor das oberste Vereinsziel – auch wenn de facto ein (ehrenamtliches!) Arbeiten des Vereines (BVG) auf der Ruine seitens des Eigentümers aus unverständlichen und undeklarierten Motiven unerwünscht ist! Vor diesem Hintergrund muss Betrachtern der Burgsituation und sachlich uninformierten Besuchern Klarheit über den tatsächlichen Sachverhalt verschafft werden!

Der geheime (!) Verkauf der Göstinger Liegenschaft – inklusive der Burg – durch den Vorbesitzer Heinrich Graf Attems an den Grazer Bäcker Hubert Auer im Jahr 1998 war für den Burgverein Gösting ein gravierender Einschnitt, besonders, da Attems als damaliger und langjähriger zweiter Obmannstellvertreter dem Vereinsvorstand keinerlei Information über den Verkauf zukommen lassen hatte! Hubert Auer seinerseits befand es damals ebenfalls nicht für nötig, den Burgverein Gösting über die geänderten Besitzverhältnisse zu informieren, sondern ließ stattdessen dem in gewohnter Weise auf der Ruine arbeitenden BVG über seinen Anwalt bestellen, dass ein weiterer Einsatz des Burgvereins auf der Burg nicht erwünscht sei. In nachfolgenden, leider nur anfangs noch positiv erscheinenden Gesprächen und jahrelangen erfolglosen Bemühungen um einen Konsens mit dem neuen Burgbesitzer verwies Auer über umfangreiche, aber völlig unergiebige Anwaltskorrespondenz den Burgverein schließlich der Burg. Er behauptete zudem, dass sich sein Besitz auch auf das auf der Burg gelagerte Vereinseigentum beziehen würde (!), was der Burgverein auf keinen Fall akzeptieren konnte; der vereinseigene Wappenfries (71 handgeschnitzte Lindenholz-Wappen) in der oberen Burgkapelle verbleibt jedoch als Leihgabe an die Burg bis auf Widerruf zum Kapellenschmuck in der Annakapelle. Die großen Investitionen des BVG (Neueindeckung des Kapellendaches u.a.) zu Attems' Zeiten waren Auer stets gleichgültig, obwohl sie als dauerhafte Erhaltungsmaßnahmen besonders auch ihm zugute kommen.

Das durch die Jahre stets bedeckte und offensichtlich Gespräche und Kooperation meidende Verhalten Auers konnte natürlich zu keiner (trotzdem immer noch) erhofften positiven Beziehung zwischen Burgverein und Burgbesitzer führen. Im Gegenteil – die in Presseartikeln erschienenen Statements Auers geben dem BVG Anlass zu großen Befürchtungen! Fehlende Obsorge, Pflege und Sanierung auf der Burg, dafür aber besorgniserregende Ankündigungen „revolutionärer" Umbauten waren bisher leider die einzigen Markenzeichen des Besitzers. Gleichgültigkeit gegenüber Bauschäden und vorhandenen Ressourcen oder befremdende Aktionen (wie der Baubeginn einer mit den Anrainern des Ruinenweges nicht besprochenen Anlage eines Weingartens am Burgvorberg) sind charakteristisch für das undurchschaubare und unerquickliche Vorgehen des gegenwärtigen Burgeigentümers. Radikal bis naiv klingende Aussagen Auers in Zeitungsinterviews, die aber in keinem einzigen Fall die wirklichen Probleme der Burg thematisieren, sind ein weiterer Mosaikstein in der Beziehungslosigkeit des Besitzers zu seiner Burg (Details hierzu können beim BVG jederzeit gerne eingesehen werden).

Die Burgruine Gösting, die mit ihrem romanischen Gemäuer einzigartig in Graz ist und fraglos in ihrer Form konserviert werden muss, darf keinerlei Eingriffe wie hinzufügende, reduzierende oder sonstig bauverändernde Maßnahmen erfahren.

Es ist nicht zu verantworten, wenn ein für Graz so bedeutsames historisches Bauwerk für die Zukunft nicht als wertvolles Kulturdenkmal ohne kommerzielle Ausschlachtung und als beeindruckendes Ausflugsziel bestehen bleibt!

Die wertvolle mittelalterliche Bausubstanz der Burg, ihr unvergleichlicher Charakter und ihre einzigartige Lage sind mit Umbauten, Einbauten und Veränderungen nicht in Einklang zu bringen! „Eventlokalitäten" verschiedenster Art gibt es bereits genug und starken Kfz-Verkehr in fast jedem Gässchen ebenso. Die heutige Zeit ist sehr schnelllebig und ein Großteil der „modernen" Menschen kann ohne ständige Attraktionen und „Kicks" nicht zufrieden gestellt werden; deshalb gibt es bereits vielerorts eine bestens ausgebaute Unterhaltungs-, Tourismus- und Freizeitindustrie, die dazu dient, den zeitgeistigen Bedürfnissen Befriedigung zu bieten. Eine Burgruine wie Gösting jedoch, bei der jede Änderung der Bausubstanz unvermeidlich zur Zerstörung und Vernichtung des historischen Baubestandes führt, muss deshalb in einer subtilen und besonders umsichtigen Weise als Zeuge baukultureller und historischer Werte erhalten und gepflegt werden! Nur eine kompetent und verantwortungsbewusst durchgeführte Burgerhaltung, eine mit großer Sensibilität aufgerüstete Taverne und objektbezogene, qualitativ hochwertige Veranstaltungen in einem dem Bauwerk entsprechenden Rahmen können Ziele einer sinnvollen und schonenden Nutzung der Burg für die Zukunft sein. Kurzlebige, Substanz fordernde Aktionen, die unweigerlich eine irreversible Zerstörung des Objektes mit sich bringen, sind völlig fehl am Platz und auf das Schärfste abzulehnen und zu bekämpfen – dass die Stadt Graz derartig wenig Interesse an einem so einzigartigen mittelalterlichen Bauwerk zeigt, ist ein Armutszeugnis für eine Landes- und Kulturhauptstadt!

In diesem Sinne bitten wir die interessierten Besucher dieser Homepage eindringlich, sich wirkungsvoll (in der Öffentlichkeit und gegebenenfalls als Vereinsmitglieder) zusammen mit dem Burgverein Gösting für eine konstruktive und sinnvolle Burgerhaltung einzusetzen!

Für nähere Informationen über die Ziele und Vorstellungen des Burgvereines Gösting zu einer gedeihlichen und dauerhaften Zukunft der großartigen Burgruine stehen Ihnen die Mitglieder des Vereinsvorstandes telefonisch, schriftlich oder (nach Terminvereinbarung) auch gerne persönlich zur Verfügung!

Die Burg Gösting muss in ihrer bestehenden Würde im Interesse kommender Generationen noch viele Jahre Bestand haben und hoch über Graz authentisch Zeugnis geben von der Vergangenheit der schönen Steiermark!